Ich liebe Italien. Ganz ohne Frage. Aber es gibt einen Ort in Südengland, der es mir ebenso angetan hat. Das ist Charleston Farmhouse, wo Vanessa Bell, Duncan Grant, Virginia Woolfe und der Bloomsbury-Kreis wirkten. Gerade begann der zweite Weltkrieg; man philosophierte, schrieb Essays und Belletristik, man malte und man bemalte das Haus. Es waren dunkle Zeiten und Vanessa und Duncan verwandelten ihre Welt in einen tröstlichen freigeistigen Ort – maximalistisch. Die Farben waren getrübt wie die Zeit und gänzlich unbekümmert: Olivgrün, Pflaumenblau, Rostrot, grünstichiges Schwarz, Senfgelb und ein entkräftetes Violett. Die Malereien, vor denen nichts verschont blieb, wirkten naiv und unbeholfen und spiegelten ein Leben wieder, das voller Energie, Inspiration, Improvisation und Freiheit war. Das ist ganz meins, empfand ich – in jüngeren Jahren – und ich wagte mich an die Wände. Kürzlich stieß ich auf eine – britische – Farbenherstellerin und Koloritexpertin, die unter anderem Charleston eine Edition widmet: Annie Sloan.
Annie Sloan: Charleston Farmhouse