Die Sprache der Gärten – Duft, Sinne und „il paradiso“

Gärten bestehen aus ihrem Vokabular:  Pflanzen, Gesteinen, Zäunen, Wasserstellen, den Möbeln darin und angrenzender Architektur. Und sie bestehen aus der Syntax, die dem Vokabular die Struktur gibt:

– den sinnlichen Kurven der Gehölze und deren klaren fließenden Linien. Es sind Linien der Energie.

– geometrischen Formen wie den Zypressen, die der Toskana ihren Charakter verleihen, aber auch Gesteinsbrocken, die in japanischen Gärten das Drama der Kommunikation in den Garten tragen, oder skulpturale Symmetrien – auch diese Spielarten des Gesprächs.

– Pfaden, die sich dem Auge erst beim Durchwandern erschließen und am Ende der Sichtachse einen Haltepunkt fürs Auge präsentieren – eine Skulptur, eine Bank, ein blühender Strauch?

– und steinernen Brunnen, aus denen geräuschvoll Wasser quillt.

Alldem wohnt ein Zauber von Sinneseindrücken mit seiner ureigenen Stimmung inne, den man in England „enchanted“ nennt. Jeder Abschnitt des Gartens, welcher bespielt wird, erhält seine eigene Stimmung: eine naive und üppige, eine elegante oder frivole, die die Iris heraufbeschwört in ihren Farben wie Lingerie, oder die Romantik der alten Rosen.

Eine Überstimulierung der Sinne durch allzu aufdringliche Farbigkeit ist allerdings zu vermeiden. Blühende Stars haben ihren Auftritt in einem Umfeld, das sich zurücknimmt wie die kleinen Arzneikräuter, die alljährlich neu ihren Dienst antreten.

Wer sagt denn, dass der Mensch aus dem Paradies vertrieben sei? Im Garten glaube ich das nicht.

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