Für Japaner ist die Pflege eines Gartens ein spiritueller Wert und das Geheimnis ewiger Jugend. Bevor Japaner mit der Gartengestaltung beginnen, erfühlen sie den Genius des Ortes. Das ist ein wertvoller Gedanke, fordert er doch wohltuende Demut vom Gärtner, der mit Spaten und Heckenschere ohnehin bewaffnet daherkommt.
Den Geist zu locken, der japanische Gärten beseelt, ist ein spannendes Unterfangen. Dazu gilt es, einige Elemente japanischer Gärten, deren Formensprache uns beschränkt scheinen muss, zu integrieren:
Felsformationen – aus drei Steinen – werden in harmonischen Arrangements zwischen geharkte Flächen aus Gesteinsbruch gelegt, so dass sie in ein Gespräch vertieft scheinen.
Dazu gesellt sich wenigstens eine Pinie als Königin der Bäume.
Pinien wird in Japan nachgesagt, sie zögen die Götter hinab zur Erde. Für kleine Gärten eignet sich am besten die Zwergpinie (Pinus densiflora). Aber auch die Schwarze Pinie (Pinus thunbergii) gehört in den japanischen Garten. Außerdem der Acer palmatum und der schwarze Bambus (Phylostachys nigra), der fünf Meter hoch wird, und aus dem sich allerlei Meublement konstruieren lässt und auch Gartenzäune.
Eine Überstimulierung der Sinne wird in japanischen Gärten unbedingt vermieden. Da sind die Hortensien (Hydrangea involucrata oder Hydrangea serrata `Bluebird`) und ganz besonders der hochrote Rhododendron `Cherry Kiss`elegante Glanzpunkte.
Kleine Moosstückchen umwachsen die Trittsteine. Ein Brunnen stellt das klare Wasser für die Teezeremonie im Teehaus bereit, zu dem ein gewundener Weg führt.
Die Wasserstelle allerdings behalte ich dem Mittelmeerdepartment des Gartens vor, denn ich liebe diese Brunnen, bei denen das Wasser dem Mund einer mythologischen Figur entspringt.
Natürlich ist Gartenmachen künstlerisch und spirituell. Jedenfalls, wenn man es will.