Interrail war während meiner Studienjahre das Privileg Studierender. Nächte in Zügen, Rucksack und jeden Tag an anderen Orten mit anderen Menschen. In der Hitze des Südens und im Regen in Schottland. Interrail war prägend. Und dann wurde man sozusagen erwachsen und das Leben entfernte sich von dieser Art des Reisens.
Man wird sich vorstellen können, wie überrascht ich war, als ich letztens erst entdeckte: Interrail gibt es durchaus noch. Es gibt Nachtzüge, Fähren und ein herausragendes paneuropäisches Schienennetz. Und heute gibt es zudem Internet. Das ist die beste Kombination: Interrail + Internet. Und mit einem Mal tun sich Träume auf, denn jetzt ist die Zeit wieder da.
Es gibt den Interrail Global Pass für 3 Monate oder kürzer. Für Erwachsene 1. Klasse kostet der Pass für drei Monate 1.214 Euro. Für über 60-Jährige sogar nur 1.093 Euro, buchbar unter interrail.eu.
Interessante Nachtzüge fahren zwischen London und Amsterdam, Mailand und Rom, Paris und Toulouse, Paris und Nizza, Basel und Malmö, Stockholm und Abisko (für Nordlichtbeobachtungen). Informationen über Nachtzüge und Strecken durch die herrlichsten Landschaften finden sich unter tips and tricks.
Griechenland / griechische Inseln
Ein ganz besonderes Highlight ist der spezielle, gesondert zu erwerbende, Pass: griechische Inseln, der auch unter Griechenland-Pässe abrufbar ist. Er gilt sechs Tage, die man allerdings nicht zusammenhängend nutzen muss. Ab und an eine Woche dazwischen gestaltet das Ganze deutlich erholsamer. Dabei ist die Hinfahrt von Italien nach Griechenland in der Regel der erste Tag, der genutzt wird. Die Fährverbindungen von Ancona oder Venedig nach Patras verbinden Italien mit dem Peloponnes.
Da Interrail berauschend intensives Reisen möglich macht, ist es zwischendurch wohltuend, eine Woche für Erholung zu sorgen. Ist man mit dem Schiff in Patras angelangt, liegt der Robinson Kyllini Beach * nur ca. 80 km entfernt. Ein sympathischer Club mit gewohnt gutem Essen, sauberem, sanftem Meer und deutschsprachiger medizinischer Versorgung. Eine Woche calm-down, relax und reflect. Zwischendurch Historie pur: ein Ausflug nach Olympia. Oder eine kurze Überfahrt nach Zakynthos oder Kefalonia (für die man allerdings den Pass nicht nutzen sollte. Der bleibt für größere Fahrten).
Nach der Erholungswoche geht es weiter mit der Fähre von Patras nach Piräus (2. genutzter Fährentag). Und da Piräus nur ca. 10 km von Athen entfernt ist… Akropolis, Plaka-Viertel. Good old Europe. Weiterer Plan? It`s up to you.