Romantik oder Von Glamour im Garten

Die Schönheit des Lebens hat nichts mit Wohlstand und Status zu tun. Gott sei Dank nicht. Sie liegt auf der Straße und offenbart sich dem müßiggängerischen Blick eines jeden Flaneurs. Sie ist ein demokratisches Geschenk Gottes wie die Sonne auch. 

Während Eleganz die Leidenschaft verbirgt, feiert der romantische Look das einfache Glück einer besseren Welt mit schmalen Taillen und Tanz. Romeo Gigli, John Galliano und Marc Jacobs haben diesen Traum mit ihrer Mode für mich am schönsten erspielt. 

Und die Rüschen der Armut übertrumpfen poetisch selbst den Pomp der Macht. Sie sind Verlockung in eine tröstliche Gegenwelt. Eine seltsame Träumerei verstrickt sich in bizarre Spitzen und üppigen Samt. Elegische Feen in kostbaren Lumpen, geheimnisvoll und scheu. Kostbare Stickereien und Rot als Statement und Passion. 

Es ist eine sehr weibliche Form der Verführung in diesen Kleidern, eine sehr emotionale und unbekümmerte. Man trägt diese Kleider im Garten und beim Streichen der Fensterläden. Sie sind geeignet zum Leben, nicht zum Repräsentieren. Ich habe diese Kleidung mein Leben lang geliebt.

Cocktailkleider und das Spiel zwischen Begrenzung und Fülle

Im Cocktailkleid verblühte Rosenblüten im Garten zu entfernen ist eine Aufwertung der Gartenarbeit hin zur Festivität. Ich liebe es, wenn sich das glamouröse Gefühl in die unscheinbaren Momente des Lebens schleicht.

Vom Typ her bin ich keine auffallende Erscheinung und nicht gerne im Mittelpunkt. Aber ein Abendkleid – ich habe eine gewisse Scheu zu viel Haut zu zeigen – sollte bei allem Understatement atemberaubend sein. Nicht, weil es perfekte Kurven in Szene setzt. Das schiene mir auch etwas zu simpel. Es geht vielmehr um Ahnungen, um das zauberhafte Spiel zwischen Begrenzung und Fülle, zwischen Linien und Rausch und Versprechen. Zwischen Distanz und Verlockung. Feinstofflich subtil. Hinreißend und unwiderstehlich.

Eleganz ist viel mehr als Äußerlichkeit. Sie ist eine Persönlichkeit, ist Schelm und Königin zugleich, ist Freiheit, Mut und Delikatesse.

Letztens sagte mein Sohn mir, als ich vor ihm die Treppe hinablief, einfach so, mein Gang hätte einen gewissen Witz. Ich war hocherfreut. Es war mir endlich gelungen, eine Emotion – die Würze der Eleganz – hineinzulegen, ohne mich darum zu bemühen. 

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