Das berühmteste Parfum überhaupt ist wahrscheinlich das „Chanel N° 5“, das 1921 von einem französischen Parfumeur für die russische Zarin Katharina die Große erschaffen wurde.
Wachsige Rosenblätter, der Duft der Hesperiden – den sorgsam bewachten Zitrusgärten des griechischen Mythos – mit Bergamotte und Petitgrain, Jasmin und dem Juwel unter den floralen Düften, der Iris – die verantwortlich zeichnet für den hinreißenden Veilchenduft. Unerschwinglich. Die unschuldige Freundschaft von Zitrus und Blüte ist nur ein wenig kontrapunktiert durch das selbstbewusste und herausfordernde Eichenmoos. Dieses Parfum ist eine Ode an die Weiblichkeit. Marylin Monroe behauptete, zum Schlafen trüge sie n u r ein paar Tropfen Chanel N° 5.
Aus dem Hause Christian Dior – wobei der Meister selbst nur bis 1957 lebte – ist das berühmte Damenparfum „Poison“ von 1985, das eine ganz andere olfaktorische Handschrift trägt. Es ist blumig orientalisch und die Übermacht der Rose umfänglich akzentuiert durch Nelke, Zimt, Myrrhe und Honig. Man sagt ihm nach, es umspiele das Thema Liebe und Tod.
Ebenfalls aus dem Hause Dior ist das beliebte „Eau sauvage“ – das „wilde Wasser“ – von 1966. Es ist ein Herrenparfum, das die Herznote aus Rose, Jasmin und Lavendel umspielt mit Zitrusdüften und Rosmarin in der Kopfnote. Die männliche Basis kombiniert Sandelholz, Eichenmoos und Vetiver. Das Parfüm kommt unaufdringlich, frisch und zuverlässig daher. Die große Sinnlichkeit, die leidenschaftliche Tiefe für einen besonderen Abend wird man woanders suchen müssen. Für den Tag aber ist es richtig.
Leider sind die ätherischen Düfte der Blüten, Kräuter, Zitrusfrüchte, Hölzer und Gewürze in allen Parfumhäusern längst durch chemische Nachbildungen ersetzt, wobei die Bezeichnungen der natürlichen Pflanzen, die imitiert sind, beibehalten wurden. Wen das stört, der möge sich die ätherischen Öle zur Hand nehmen und mit ihnen spielen. Sie sind aus den Pflanzen durch Destillation gewonnen und leider sehr kostspielig. Am Anfang der europäischen Parfumgeschichte stand schließlich Katharina die Große.